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Unser Hund Rocky - Eine Silvestergeschichte ohne Happy End

Sensibler Inhalt: Geschichte mit dem Tod eines Tieres

Es war Anfang der Achtzigerjahre. Mein damaliger Freund A. brachte ihn mit, ich glaube, aus dem Tierschutz vom Hobbymarkt Kaunitz. Etwa sechzehn Wochen alt war das knuddelige Tier. Auf dem Hof hatte es zu meiner Zeit nie einen Hund gegeben, warum auch immer. Unser Wohnungstier war eine Katze, die Mutzi, und deshalb bin ich mit Katzen aufgewachsen. Vater war schon ein paar Jahre tot, Mutter hatte nichts dagegen, einen Hund aufzunehmen, und so bekam der Welpe ein neues Zuhause. Und den Namen Rocky.

Rocky hatte keine Papiere, aber das lockige braune Fell mit einem weißen Latz und das herzliche Wesen eines Kleinen Münsterländers. Man schloss ihn sofort ins Herz. Bald übernahm er die Verantwortung für seine Aufgabe, die seine Rasse auszeichnet: Wachsam sein. Mit Blick auf die Einfahrt legte er sich friedlich vor die große Haustür und sorgte für Sicherheit. Der Typ mit dem gelben Auto gehörte zu den regelmäßigen Besuchern und wurde stets erfolgreich vom Hof gejagt, nachdem dieser die Post in den Briefkasten geworfen hatte. Ähnlich erging es den Kunden, die Eier, Äpfel oder Walnüsse holen wollten. Nicht, dass er bissig war, aber man weiß ja nie. Bellende Hunde können durchaus beißen, wenn auch nicht gleichzeitig. Es lief darauf hinaus, dass sich Besuch neuerdings vorher telefonisch ankündigte, damit der Hund weggesperrt wurde. Er kam dann in eine Buchte im alten Schweinestall.

Gottogott, wie sehr flippte er aus, wenn ich am Wochenende von Bielefeld heim auf den Hof kam. Als hätte er die ganze Woche genau nur auf mich gewartet. Denn ich war diejenige, die mit ihm losmarschierte und auf den langen Wegen seinen Ball warf.

Als er in die Pubertät kam – ja, das soll es bei Tieren durchaus geben – stieg ihm der Geruch der Mädels von den Nachbarhöfen in die empfindliche Nase. Sobald dort eine läufig war, vergaß er alles, Hofhundstatus hin oder her. Seine menschliche Herrschaft war machtlos, bekam seine Affairen häufig gar nicht mit. Die Hündinnen in der nahen und fernen Nachbarschaft warfen im Lauf der Jahre braungefärbte lockige Mischlinge mit einer auffälligen Ähnlichkeit zu diesem Rocky von Kochs Hof.

Doch der selbstbewusste Herzensbrecher hatte einen Makel. Bei sommerlichen Gewittern verkroch sich der allzeit unbekümmerte Kerl in die dunkelste Ecke, die es im alten Haus gab. Keine guten Worte konnten ihn von dort hervorlocken, gute Güte! – er knurrte sogar. Sobald das Gewitter vorbei war, kroch er wieder hervor. Woher kam bloß diese extreme Angst bei Blitz und Donnerknall?

Hatte der Rumtreiber etwa mal einen Denkzettel bekommen aus der Schrotflinte eines Bauern, als ihn eine läufige Hündin angelockt hatte? Vielleicht so ein sausender Gewehrschuss am Ohr vorbei, während seine Hormone kochten? Nein, ich glaube, es war eher eine ganz natürliche Reaktion.

Fest steht: Silvester war für Rocky der blanke Horror. Jedes Jahr. Die Silvesterknallerei machte das Tier komplett kirre. Einmal zerkratzte er das Holz der stabilen Haustür, weil er es auf der Deele nicht mehr aushielt und sich ein Loch kratzen wollte. Aber so richtig kirre wurde er zum Jahresende 1988. Als von Schötmar her die ersten Knaller zu hören waren, ging es los mit seiner Unruhe, und vorsichtshalber wurde er in seine Buchte in den alten Schweinestall verbannt. Um Mitternacht explodierte es in ihm. Kein Mensch hätte ahnen können, zu was ein Tier seiner Größe fähig ist. Mit einem lauten Scheppern durchbrach er eines dieser uralten kleinen Stallfenster und raste in wilder Panik davon in die Dunkelheit. Am frühen Neujahrsmorgen kehrte er zurück und fletschte jeden Menschen böse an, der ihm begegnete. Schließlich wurde der Jäger gerufen und gebeten, dem unberechenbaren Treiben ein Ende zu bereiten. Der legte an. Der letzte Knall, den Rocky hörte, galt ihm und traf ihn tödlich.

Rocky 1985 

Leute, es ist dringend an der Zeit, endlich etwas zu verändern. Wer Tiere liebt, zündet Feuerwerk nicht schon Tage vor dem 31. Dezember und danach, erst recht nicht in der Nähe vom Wald, vom Tierpark, von Höfen, auf denen Pferde, Kühe, Schweine, Hühner gehalten werden, von Wohnhäusern, in denen Katzen und Hunde leben. Es ist immer wieder erschreckend festzustellen, wie viele uneinsichtige Menschen unter uns sind. Einerseits halten sie sich für tierlieb, wissen aber gar nicht, dass sie sich indirekt durch ihr exzessives Verhalten während des Jahreswechsels mit Tierquälern gemein machen.

Hier ein Link, mit dem Ihr eine Petition für ein Böllerverbot unterzeichnen könnt:https://innn.it/boellerverbotgestartet von der Gewerkschaft der Polizei Berlin. 
Bis heute (02.01.2026) wurden auf dieser Plattform 3.131.700 Unterschriften für ein bundesweites
Böllerverbot geleistet.
Die Petition ist absolut seriös und nicht darauf aus, e-Mail-Adressen zu generieren.
Update am 03.01.2026 mittags: Bereits 3.176.500 Unterschriften!

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